Kopfschmerzen können viele Ursachen haben. Bei primären Kopfschmerzen – wie Migräne oder
Spannungskopfschmerzen – ist der Schmerz selbst das Hauptsymptom, ohne dass eine andere Erkrankung vorliegt.

Rund 90 Prozent der Betroffenen leiden an Migräne, Spannungskopfschmerzen oder einer Kombination aus beiden. Die Unterscheidung ist oft schwierig.

Typisch für Migräne sind ein pulsierend-stechender Schmerz, häufig einseitig, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit sowie eine deutliche Verschlechterung bei Bewegung. Auch wenn
die Schmerzen anfangs im Nacken beginnen, kann es sich um Migräne handeln. Viele Betroffene
suchen daher keinen Neurologen auf und erhalten keine spezifische Therapie.




Zur Akutbehandlung werden seit über 30 Jahren Triptane eingesetzt. In Österreich sind sie jedoch unterverordnet. Aktuell sind zwei Triptane nach neurologischer Abklärung rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Als Alternative stehen mittlerweile Gepante zur Verfügung: Rimegepant ist seit September 2025 im Erstattungskodex der ÖGK aufgenommen worden und eignet sich besonders für Patient:innen, die Triptane nicht vertragen oder bei denen diese kontraindiziert sind.


Bei zu häufiger Einnahme von Akutmedikamenten kann es zu einem Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch kommen. Für Patient:innen mit häufigen Migräneattacken stehen heute CGRP-gerichtete Prophylaxen zur Verfügung, die dazu beitragen können, die Anzahl der Migräneattacken und damit auch die Einnahmetage von Akutmedikamenten deutlich zu reduzieren.

Diese Therapien werden von einer Neurologin oder einem Neurologen verordnet und kommen insbesondere bei Unverträglichkeit oder unzureichender Wirksamkeit klassischer oraler Migräneprophylaxen zum Einsatz.


Weitere Informationen sowie Anlaufstellen finden Sie auf www.migräne.info


Autorin: Dr.in Catherine Chaput, Fachärztin für Neurologie, Stellvertretende Obfrau des Vereins
Initiative Schmerz e.V. zur Förderung der Selbstwirksamkeit in der Schmerztherapie